Hildegard-Heilkunde

“Diese Arzneimittel sind von Gott gewiesen und befreien den Menschen von seinen Krankheiten oder Gott will nicht, dass er von seinen Krankheiten befreit werde.”(Ursachen und Behandlung der Krankheiten)

 

“In der gesamten Schöpfung, in den Bäumen, Pflanzen, Tieren und sogar in den Edelsteinen sind geheimnisvolle Heilkräfte (Subtilitäten) verborgen, die niemand wissen kann, wenn sie einem nicht von Gott geoffenbart werden.“ (Das Buch von den göttlichen Werken)

An diesen Quellenaussagen aus Hildegards medizinisch-kosmischen Werken, scheiden sich auch heute noch die Geister.  Auf der einen Seite bestreiten einige Hildegard-Forscher heute immer noch den visionären Charakter der Hildegard Heilkunde und stellen sich damit selbst in Widerspruch zu Hildegards eigenen Aussagen. Auf der anderen Seite sind viele Anhänger der Hildegard Heilkunde meistens aufgrund eigener praktischen Erfahrung vom göttlich-inspirierten Charakter der Hildegard Heilkunde überzeugt Im 900. Geburtsjahr Hildegard von Bingens, wo die tragische Trennung von Leib und Seele mehr denn je bewusst wird, die in den letzten Jahrhunderten große Schäden angerichtet hat, entdecken viele Menschen wieder die Einheit von Leib und Seele wie sie Hildegard beschrieben hat.  Tausende von Menschen drängten sich in diesem Jahr weltweit in die Konzertsäle und Kirchen, um Hildegards Musik zu hören, auf den Spuren Hildegards an ihren Wirkungsstätten auf dem Disibodenberg und in Bingen, in die überfüllte Gedächtnisausstellung nach Mainz sowie zum Großen Hildegard-Treffen nach Konstanz am Bodensee, dem Ort, wo die Hildegard Heilkunde von Dr. Gottfried Hertzka wiederentdeckt wurde. Seitdem erfreuen sich immer mehr Menschen der Hildegard Heilkunde und orientieren sich an ihrer Lebensweise und Ernährung, die sich in den sechs goldenen Lebensregeln widerspiegeln.  Diese Regeln enthalten den Schlüssel für eine große Hildegardische Gesundheitsreform, die in der Lage ist, die großen Autoaggressionskrankheiten unserer Zeit zu verhüten oder zu behandeln.  Die Hildegardischen Regeln stehen in Übereinstimmung mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit, wonach 80 % der chronischen Zivilisationskrankheiten, durch einen vernünftigen Lebensstil und eine gesunde Ernährung verhütet werden könnten.  Aber was ist vernünftig und was ist gesund?  Müssen wir heute alle wie die  Chinesen, Inder oder Makrobiotiker leben, oder gibt es auch bei uns zeitlos gültige Aussagen.  Hildegard von Bingen stellte ihr visionäres Wissen um den Menschen und die Natur in den großen Zusammenhang einer Lebensordnung.  Alles ist eingefügt in den großen Heilsplan Gottes, Seine Heilsordnung, die sich wie ein roter Faden durch alle Hildegard-Werke zieht. Das Erfolgsgeheimnis der Hildegard-Medizin besteht nun darin, diese Zusammenhänge wiederzuentdecken und auf heutige Gesundheitsprobleme anzuwenden.  Sie beruhen im Kern darauf, dass die Schöpfung auch die Heilmittel bereit hält und dass die seelisch-leibliche Ganzheit des Menschen berücksichtigt wird.  Die Hildegard-Medizin wendet diese Prinzipien konsequent an: in der Ernährungstherapie, im Arzneimittelschatz, in der Ausleitungstherapie mit Aderlass, Schröpfen und Moxibustion, in der Physiotherapie mit der Anwendung von Sauna, Bädern und Massagen, in der Psychotherapie mit Fasten und Aufbauverfahren.

DIE SECHS GOLDENEN LEBENSREGELN

Hinter dem Gesamtwerk Hildegards lässt sich eine gewisse Systematik erkennen, die man zu den “sechs goldenen Regeln” zusammenfassen kann.  Diese Regeln vermitteln eine gewisse Ordnung und ein Lebensgefühl, wobei weder Gesunde noch Kranke ohne die hohe Kunst der Lebensführung im Sinne einer Diätetik (griechisch “diaita” = Ordnung des menschlichen Lebens) auskommen.  Goethe hat diese Lebensphilosophie als lebenslänglichen Prozess beschrieben, weil man die Diät zur Lebensregel machen müsse und das ganze Jahr nicht aus den Augen verlieren dürfe (Wilhelm Meister).

Heilmittel aus der Schöpfung: In der gesamten Schöpfung, in den Bäumen, Kräutern, Pflanzen, Tieren, Vögeln, Fischen, ja sogar in den Edelsteinen sind geheime Subtilitäten (Heilungskräfte) verborgen, die man  nicht wissen kann, wenn sie uns nicht von Gott offenbart werden.
2.Eure Lebensmittel sollen eure Heilkräfte sein.
Ruhe und Bewegung zur Bewältigung von Leistungsverlust durch Stress.
Schlafen und Wachen zur Regeneration des gesamten Organismus (Nerven, Gelenke, Muskelregeneration).
Ausleitungsverfahren von Giften zum Reinigen schlechter Körpersäfte in Blut und Bindegewebe: Aderlass, Schröpfen, Moxibustion.
Entdecken Sie durch Fasten hinter Ihren psychosozialen Fehlern die spirituellen Kräfte und engagieren Sie sich in Ihrem Leben für großzügige und liebevolle Taten spiritueller Freude, Vitalität und Mitmenschlichkeit.
Hildegard von Bingen hat als Äbtissin zwischen den Jahren 1151 bis 1155 mit ihrem Sekretär Volmar eine Heilkunde mit dem lateinischen Titel “Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum“ verfasst.  Die Heilkunde ist heute in geteilter Form unter dem Titel: “Die Ursachen der Krankheiten und ihre Behandlung” (Causae et Curae) sowie als Naturheilkunde: der “Physica” in neun Büchern gegliedert verlegt.  Die “Physica” enthält 513 Kapitel mit über 2000 Behandlungsvorschlägen aus dem Bereich der Bäume, der Pflanzen, der Edelsteine, der Tiere, der Vögel und der Fische sowie den Ursprung der Elemente.  Die Heilkunde wird mit drei Kapiteln eingeleitet, die das Universum betrachten: die Schöpfung der Welt, das Bauwerk des Kosmos, die vier Weltelemente und die Stellung des Menschen im Kosmos.  Es folgen die Humoralpathologie mit der Lehre über die vier Säfte, die Lehre über die vier Temperamente von Männern und Frauen und die Sexualpathologie über die Zeugung, den Sexualverkehr, die Menstruation, die Schwangerschaft und das Klimakterium der Frau.  Das Buch beschreibt die Naturdiagnose von über 50 Krankheiten von Kopf bis Fuß mit den dazugehörigen Heilmitteln, von denen Hildegard schreibt:

“Diese Arzneimittel sind von Gott gewiesen und befreien den Menschen von seinen Krankheiten oder Gott will nicht, dass er von seinen Krankheiten befreit werde.”

Wie der Titel von den Ursachen und Behandlung der Krankheiten ganz richtig betont, werden in der Hildegard-Heilkunde die Ursachen behandelt und nicht nur die Symptome.  Bei einem solchen Heilungsverlauf verläuft der Prozess immer auch gleichzeitig auf vier verschiedenen Ebenen im Sinne eines ganzheitlichen Geschehens; dem göttlichen, dem kosmischen, dem seelischen und dem körperlichen Bereich.  Diese Heilkunde  sprengt auf vielen Gebieten damals und heute das wissenschaftliche Weltbild, weil es die großen Zusammenhänge von Mensch, Schöpfung und Kosmos zu einer Einheit zusammenfasst. Es ist die erste christliche Medizin überhaupt;  niemals vor und auch nach Hildegard hat es so etwas in der Geschichte des Christentums gegeben.  Wie keiner vor und nach ihr verstand Hildegard die Handschrift Gottes zu lesen und für uns auszuwerten.

Der Arzt und Hildegard-Forscher Professor Dr. Heinrich Schipperges nennt diese ganzheitliche Weltschau der Hildegard-Heilkunde eine “universale, christliche Anthropologie, wie sie in dieser reifen Konzeption jede andere enzyklopädische Summa ihrer Zeit weit überragt.”

DR. GOTTFRIED HERTZKA - BEGRÜNDER DER HILDEGARD- HEILKUNDE

Diese Heilkunde wurde zum ersten Mal von dem Arzt Herrn Dr. Gottfried Hertzka wiederentdeckt und vor 50 Jahren zum ersten Mal überhaupt am Menschen erfolgreich angewendet.  Hildegard selber hat ihre eigene Heilkunde selber nicht praktiziert, sondern heilte, wie ihre Biographen berichten, auf charismatische Weise durch Handauflegen, Gebet, mit der Hostie oder mit Rheinwasser.  Die von Hildegard beschriebenen Heilungsanwendungen enthalten keine Mengenangaben und fertigen Rezepturen.  Einige Heilpflanzen tragen mittelrheinische Namen, die bis heute noch nicht identifiziert werden konnten.  Aufgrund medizinischer Überlegungen und wissenschaftlicher Forschungsarbeiten wurden die Hildegardischen Angaben für unsere heutige Zeit mit Indikationen versehen und in Rezeptform gefasst.  Zusammen mit seinem Nachfolger Herrn Dr. Wighard Strehlow wurden die Methoden und Rezepte an Tausenden von Patienten im Laufe der letzten 15 Jahre erfolgreich angewendet und publiziert.  Seitdem spricht man von einer Hildegard-Heilkunde, die sich großer Beliebtheit erfreut.