St-Hildegard.com
Die heilige Hildegard und ihre Medizin

Der Mensch im Kreislauf der Schöpfung

In der Schöpfung gibt es keinen Tod, sondern ein ewiges „Sterben und Werden", ein Lebensprinzip, das schon die Griechen „Apotheose" nannten.

Die ganze Schöpfung beruht auf diesem Phänomen, wobei, z. B., das sterbende Korn in neues Keimen übergeht, oder die herbstlichen Blätter vom Baum abfallen ohne das der Baum dabei stirbt, sondern ganz im Gegenteil, im nächsten Frühling noch kräftiger und noch größer neu ergrünt.

Hildegard nennt dieses Prinzip „viriditas", die Kraft der Farbe Grün und beschreibt hiermit ein ganz neues Prinzip, das die moderne Medizin bisher noch nicht erkannt hat, obwohl davon unser ganzes Leben abhängt, nämlich die Lebenskraft: die körpereigenen Heilkraft unseres Abwehrsystems und die Regenerationskraft unseres Körpers. Alle Zellen unseres Körpers, alle Organe, Gewebe und Knochen befinden sich ständig im Auf- und Abbau. Selbst die absterbenden Zellen enthalten nach diesem Prinzip Substanzen, die wertvolle Heilkräfte für die Regeneration und Transformation enthalten. Mit anderen Worten, im Tod ist Leben, im Bösen steckt der Keim zum Guten, aus den absterbenden Krebszellen werden sogar Substanzen frei gesetzt, die Krebs heilen können. Ähnlich wie Streptolysin beim Zerfall von Blutkörperchen frei wird, um Thrombose und Embolie zu verhindern, entstehen beim Zerfall von Viren und Bakterien im Körper Abwehrstoffe gegen Viren und Bakterien (Antikörper).
Sterben und Werden sind auch das Thema in dieser Meditation. Der Mensch beteiligt sich mit seinem Werk am Rhythmus der Natur. Alle Kreaturen und Lebenselemente stehen ihm zur Verfügung. Göttliche Energie und irdisches Materie vereinigen sich im Menschen und bringen neues Leben, Regeneration und Heilung hervor. Was heilt und was das Leben voran bringt, ist schon von Natur aus in ihm verborgen. Die Frau ist als einzige in der Lage, Leben zu empfangen und weiterzugeben; in ihr sind alle Menschengenerationen latent vorhanden. Ohne die Frau kann der Mann nicht sein, ohne den Mann die Frau nicht, keiner kann ohne den anderen leben. Es gibt in der Schöpfung keinen Tod, sondern nur Auferstehung, Regeneration und Transformation zu einem neuen Leben.