Nr. 35 Weltschmerz – Lebensfreude

Alle Laster gipfeln schließlich und endlich im gefährlichsten Laster des Weltschmerzes und der Traurigkeit. Der Mensch hat seine Erinnerungen an Gott verloren und seine himmlische Heimat vergessen. Er hat keine Freude mehr auf dieser Welt, weder an seinen Lieben, noch an seinen Freunden oder an der Natur. Besonders erfolgsverwöhnte reiche und berühmte Menschen leiden an Depressionen, wenn der Erfolg oder das Geld ausbleiben. Sie dürfen keine Schwäche zeigen und führen ein Leben zwischen Hero oder Versager. Berühmte Beispiele sind Filmstars wie Merilyn Monroe, Romy Scneider oder Michael Jackson, Spitzensportler wie Robert Enke, Sven Hannawaldt oder der Millionär Adolf Merckle.

 

Die Depression oder Melancholie ist eine furchtbare Krankheit, der traurige Mensch sitzt und weint und weiß schon gar nicht mehr warum. Seine Heimat hat er aus den Augen verloren und spricht: „Ich kenne nichts, was da oder dort seine Heimat in Gott hat." So sterben alle Lebenskräfte, weil die Lebensfreude fehlt.

Der traurige Mensch sieht immer nur schwarz und frißt den Weltschmerz in sich hinein. Er trauert, als ob er schon tot sei und schaut nicht einmal mehr zum Himmel auf. Gott lässt aber nicht locker und wendet sich zum Weltschmerz: „Ich habe Sonne, Mond und die ganze Schöpfung geschaffen und habe dich mit brennender Vernunft ausgerüstet. Damit sollst du mich erkennen und in aller Freiheit leben. Du sollst mir daher mit Freude und Heiterkeit begegnen und nicht gegen mich kämpfen. Das Gute ist doch für jeden viel besser als das Böse. Wenn du die Hände nicht ausstreckst, kannst du von mir auch nicht das Außergewöhnliche empfangen. Ich habe ein Feuer angezündet, das bis auf den Grund der äußersten Bosheit brennt, um dich mit dem Feuer zu prüfen, weil keine Kreatur ohne Bewährung ist. Kein Geschöpf kann diesem Feuer entkommen, keines kann es auslöschen, weil alles durchforscht wird, was sich Gott entgegenstellt. Ich habe dir dein Heil und deine Heimat gezeigt. Du betrachtest mich aber mit deinem Mißtrauen. Daher muß ich dich nun mit meinem Strafeifer prüfen, weil du das Gute, das ich dir gezeigt habe, verachtest und nicht aufnehmen willst."

Doch der Weltschmerz lässt sich nicht einmal mehr von Gott helfen:
„Weh mir, dass ich geboren bin! Was für ein Leben! Wer wird mir helfen? Wer wird mich erfreuen? Wenn Gott mich kennen würde, könnte Er mich doch nicht in so eine Not schicken. Es hat mir nichts Gutes gebracht, dass ich mein Vertrauen auf Gott setzte.... Vieles habe ich von Philosophen gehört, die davon sprechen, wie gut Gott ist. Mir hat Gott bisher alles in allem nichts Gutes getan. Wenn Gott für mich ist, warum verbirgt Er Seine Gnade vor mir? Ich würde Ihm ja vertrauen, wenn Er mir etwas Gutes tun würde. Aber ich weiß ja noch nicht einmal, wer ich selber bin. Zum Unglück bin ich geboren und zur Traurigkeit geschaffen, lebe ich doch ohne jeden Trost dahin. Ach, was nützt das Leben ohne Freude, und warum bin ich geboren, wenn mir nichts Gutes in diesem Leben geschieht?" Wer noch einen Funken Lebenslust in sich hat verstärke ihn mit den Antimelancholika und lasse sich von der Lebensfreude inspirieren.

Heilende Worte der himmlischen Freude:
„...doch schau nur auf Sonne, Mond und Sterne und alle Pracht der grünenden Lebenskraft auf der Erde und bedenke, welches Glück Gott allen Menschen damit geschenkt hat.... Wer gibt dir denn all die guten Gaben, wenn nicht Gott? Wenn dir der Tag entgegen eilt, nennst du es Nacht, und wenn dir das Glück begegnet, nennst du es Unglück. Wenn es dir gut geht, behauptest du, es ginge dir schlecht. Ich aber habe hier schon den Himmel auf Erden, weil ich alles, was Gott geschaffen hat, richtig anwende, während du alles ins Unglück verdrehst. Ich lege die blühenden Rosen, die Lilien und die ganze grünende Lebensfrische zärtlich ans Herz und lobe Gottes Werke, während du nur Schmerzen über Schmerzen anhäufst... Betrachte nur die Vögel unter dem Himmel und die Würmer auf der Erde; sie werden ohne Rücksicht von den Vögeln verschlungen. So ist es auch mit dem Glück, das das Unglück der Welt vernichtet. Es ist doch ganz wichtig, dass das Nützliche Nutzloses und Wertloses reinigt, so wie Gold im Feuerofen gereinigt wird."

Wenn die Traurigkeit Ihr Problem ist,
suchen Sie wiederum Ihren Lieblingsplatz in der Natur auf und werden Sie still. Stellen Sie sich vor, Sie werden bis zum Ende Ihres Lebens immerzu und ununterbrochen Tag und Nacht von Ihrem Trübsinn und Ihrer schlechten Laune getrieben. Selbst wenn Sie wollten, Sie können diese Trauer nicht mehr unter Kontrolle bringen. Lassen Sie Ihre ganze Abneigung gegenüber diesem traurigen Gefühl aus Ihrem Unterbewusstsein hochsteigen. Erleben Sie die Trauer ganz bewusst und lassen Sie sie einfach raus. Trennen Sie sich deshalb von allen Widerständen und Gefühlen, die der Weltschmerz, der Liebeskummer oder irgendeine Traurigkeit in Ihnen ausgelöst haben. Die schwarzgallige Traurigkeit zieht durch Ihren ganzen Körper und behindert die Heilung sämtlicher Organe und Körperzellen. Setzen Sie Ihre ganze Trauer auf ein Boot und verabschiede dich davon. Wenn die negativen Gedanken zurückkommen, wiederholen Sie das solange, bis die negative Energie total verschwunden ist. In dem Moment, wo diese Traurigkeit aus Ihrem Unterbewusstsein verschwunden ist, bildet sich eine andere Biochemie in Ihrem Gehirn. Die alten traurigen Beziehungen in Ihrem Nervensystem werden beseitigt und die Blockaden werden abgebaut. Wiederholen Sie diesen Vorgang solange, bis die Traurigkeit, der Liebeskummer, die Verletzung oder sonstige Folgen ihrer Traurigkeit in Ihrem Bewußtsein keine Rolle mehr spielen.

Stellen Sie sich nun das Gegenteil vor.
Sie sind nie wieder traurig, immer gut gelaunt und fröhlich. Sie können machen, was Sie wollen, Sie sind immer froh gestimmt. Nichts kann Sie mehr verletzen, Ihre traurigen Gefühle, Gedanken und Vorstellungen sind ein für alle mal aus Ihrem Leben verschwunden. Wenn diese Vorstellung in Ihrem Unterbewusstsein starke Angst und Abwehr weckt, lassen Sie die Blockade heraus. Sie wehren sich gegen diese Vorstellung, immer fröhlich zu sein. Negative Energie steigt in Ihnen hoch. Lassen Sie sie heraus und verfrachten Sie sie ebenfalls auf Ihr virtuelles Boot oder auf eine Wolke. Verabschieden Sie sich davon! Die Traurigkeit kann Sie von nun an nicht mehr plagen und blockieren, weil Sie sie 100prozentig abgegeben haben. Die alten jahrelang bestehenden Nervenblockaden sind beseitigt, es fließt eine neue Biochemie ins Blut, senkt die Schwarzgallenproduktion und erhöht Ihre Glückshormone, die sämtliche Organe und Körperzellen optimal beeinflussen.

Die Traurigkeit kehrt solange zurück, wie Sie ihr Ihre Aufmerksamkeit schenken. Erst wenn die Traurigkeit nicht mehr unterdrückt und das Böse nicht mehr bekämpfst werden, können Ihre Lebensfreude und Ihre innere Glückseeligkeit wirksam werden. Solange Sie weiterhin einen Widerstand gegenüber Ihrem fehlenden Weltschmerz empfinden, wird er immer wieder eine furchtbare Macht über Sie ausüben. Erst wenn Sie 100%ig loslassen und Ihre Gefühle gegenüber dem fehlenden Weltschmerz nicht mehr unterdrücken, kann die Lebensfreude in Ihrem Gehirn viele morphinähnlichen Substanzen produzieren, die im Körper Heilkräfte freisetzen, mit denen er sich stärken, regenerieren und vitalisieren kann.

Verstärken Sie Ihre neu erworbenen glückstrahlende Gedanken und Gefühle mit heilenden Worten aus Hildegard's ersten Buch „Scivias":
„Ich bin frei – libera sum: Ich sitze in der Sonne und betrachte den König der Könige, weil ich nun meine guten Werke aus Liebe zu Gott ausführen kann. Ich habe in der Harmonie der Symphonie ein frohes und einfaches Leben... Das frohe Leben, das ich in mir fühle lass ich mir nicht mehr durch die Grausamkeiten der Welt und ihrer Hässlichkeit ruinieren."

Die neuen positiven Vorstellungen, Gedanken und Gefühle werden in Ihrem Bewußtsein viele neue Möglichkeiten und Wege eröffnen, die von der Kraft und Heilungsenergie der 35 Tugenden begleitet und inspiriert werden. Diese Psychosynthese können Sie genauso mit allen anderen 35 Lastern durchführen, um sie so in Tugenden zu verwandeln.