Zugelassene Dinkelsorten in Deutschland

Dinkel SortenCopyright und Literatur: Wighard Strehlow, „Die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen“ Rezepte, Kuren, Diäten, Knaur Verlag München 2009

Zurzeit sind in Deutschland nach dem Saatzuchtverkehrsgesetz lediglich 5 Dinkelsorten zugelassen.  Alle anderen Sorten oder Herkünfte dürfen nicht als Saatgut in Verkehr gebracht werden.

Liste der Dinkelsorten (WA= Weizenanteil):

  • Ostro: Eine Kreuzung mit Oberkulmer Rotkorn mit Steiners.
  • Roter Tiroler (originale Version): WA: sehr gering – 0. Züchter ist die Eidg. Forschungsanstalt Zürich-Reckenholz. Exklusiv-Vertrieb durch Zürich-Reckenholz. Exklusiv-Vertrieb durch Pflanzenzucht Oberlimpurg.
  • Oberkulmer Rotkorn:  (synonym: Oberkulmer): Auslese aus  Schweizer Landsorte  der Eidg. Forschungsanstalt Zürich -Reckenholz, seit 1948 zugelassen, WA: sehr gering.
  • Franckenkorn: Rückkreuzung aus Altgold mit Rouquin und Altgold, derzeit die “reinste Dinkelsorte“, WA: sehr gering - 0.Vertrieb Pflanzenzucht Oberlimpurg.
  • Schwabenkorn Rückzüchtung auf Roter Tiroler-Weizenanteil. gegen Null. Züchtung der Universität Hohenheim.
  • Bauländer Spelz: dient überwiegend der Grünkerngewinnung, geringer WA (Grünkern).
  • Rouquin: Zuchtsorte von Pflanzenzucht Oberlimpurg aus der Dinkellinie 24 mit Ardenne mit Altgold einem klassischem Schweizer Dinkel.  WA: ca. 1/8. Diese Sorte wird aufgrund der allergieauslösenden Eigenschatten seit diesem Jahr nicht mehr angebaut und durch Franckenkorn ersetzt.

Zusammenfassend meint Dr. Franck: "Nach meiner Kenntnis, sowohl der Abstammungsverhältnisse, wie auch der Anbausituation in Westeuropa, erfüllen nur wenige Sorten die “Förderkreis Hildegard von Bingen“ gestellten Anforderungen - wobei es sehr wichtig ist, um Betrug mit falschen Sortenbeschreibungen zu vermeiden, der Landwirtschaft die ertragssichersten und doch reinen Sorten zu empfehlen.  Nach geltendem Recht sind nur solche Sorten vertriebsfähig, die nach Prüfung auf ihren landeskulturellen Wert, in eine Sortenliste eingetragen sind. Fasst man alle Ergebnisse über die Vorteile und Heilkräfte im Dinkel zusammen, so muss man mit Hildegard sagen: “Reiner” Dinkel ist das beste Getreide - eine Grundlage für die Volksgesundheit im neuen Jahrtausend.

Wir sind aber alle  aufgerufen, selber sehr kritisch zu sein, kritisch in jede Richtung: Wer z.B. das Gerücht in die Welt setzt “80 % aller Dinkelsorten sind Gen-manipuliert”, offenbart entweder seine Unkenntnis zwischen Züchtung und Gen-Manipulation unterscheiden oder seine Absicht, mit der Angst der Menschen Geschäfte machen zu wollen.  Passen wir also alle gut auf uns auf! Die Hildegard-Freunde und der gesundheitsbewusste Verbraucher hat es nun selbst in der Hand, eine Vertrauenskette von Pflanzenzüchter, Landwirt, Müller, Bäcker aufzubauen, dem man sein Vertrauen schenken kann.  Und die Überzeugungsarbeit dazu ist groß, wenn heute noch 1 1/2 Millionen Hektar Weizen und nur ca. 20.000 ha. Dinkel weltweit angebaut werden, muß das Verhältnis in der Zukunft zugunsten von Dinkel umgekehrt sein.“